Die Brexbachtalbahn verläuft als Eisenbahnstrecke entlang des Brexbaches und verbindet die rechte Rheinstrecke mit der Unterwesterwaldbahn von Neuwied-Engers über Bendorf, Grenzau und Ransbach-Baumbach nach Siershahn. Seit 1989 ist der Personenverkehr dort eingestellt. Seit 2007 kämpft Brexbachtalbahn e.V. für die Reaktivierung der Strecke.

NEUWIED/BENDORF. Die Brexbachtalbahn führt mit einer 21,6 Kilometer langen Stammstrecke zwischen Neuwied-Engers und Siershahn entlang und wird von vielen Menschen als Lebensader der Heimatregion empfunden. Die 1884 eröffnete Bahnstrecke hat großen historischen wie kulturellen Wert, deren Wiederinbetriebnahme seit Jahren für teils kontroverse Debatten sorgt. Der Stadtrat der Stadt Neuwied hat 2016 das Interesse an einer möglichen Reaktivierung bis mindestens Grenzau in einer Resolution zum Ausdruck gebracht. Zu dem verfolgten Ziel der Wiedereröffnung der bedeutsamen Bahnstrecke durch den Brexbachtahlbahn e.V. steht der Bendorfer Stadtrat jedoch kritisch, da die Stadt Bendorf zur Absicherung des Bahnverkehrs verpflichtet ist und dies möglicherweise mit baulichen Maßnahmen auf dem Streckenverlauf einhergeht, wie beispielsweise an der Kreuzung Brauereistraße und Kreisverkehrsplatz, an der die Errichtung einer Überführungsmöglichkeit diskutiert wird. Wie dem SPD-Landtagsabgeordneten Sven Lefkowitz im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Brexbachtalbahn e.V., Adolf Bongartz, mitgeteilt wird, scheint es nach den jüngsten Erkenntnissen jedoch auch einfache bauliche Maßnahmen zu geben. Sven Lefkowitz führt aus: „Aufgrund der Tatsache, dass das touristische Verkehrsaufkommen auf dieser Bahnstrecke aller Voraussicht nach zu bewältigen ist, könnte es die Nutzungsmöglichkeit von Ausnahmegenehmigungen geben. Diese hätten zum Vorteil, dass an dem problematischen Kreuzungspunkt weder ein Über- noch ein Unterführungsbauwerk, sondern lediglich eine höhengleiche Kreuzung mit technischen Mitteln installiert werden müsste. Das ist wohl mit geringem Aufwand zu bewerkstelligen“. Dem Reaktivierungsvorhaben für die Bahnstrecke steht Lefkowitz daher positiv gegenüber: „Die Brexbachbahn als Verbindungslinie von touristisch bedeutsamen Anlaufpunkten, wie beispielsweise dem Schloss Sayn, der Sayner Hütte und dem Schloss Engers mit der „Villa Musica“, führt durch eine reizvolle Landschaft und ist gleichermaßen bei Freunden historischer Bahnstrecken wie auch Naturliebhabern beliebt.
„Für mich sind die kommenden Schritte, gemeinsam mit den regionalen Kollegen aus der Landtagsfraktion und dem Wirtschaftsministerium zu sprechen und den Austausch mit dem Verein weiter zu führen“, so der Landtagsabgeordnete abschließend.

Bild:
„SPD-Landtagsabgeordneter Sven Lefkowitz (rechts) im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Brexbachtalbahn e.V., Adolf Bongartz (links), und seinem Stellvertreter Ulf Wobser (Mitte)“.